Fabada ist mehr als ein Bohneneintopf. Sie ist ein Spiegel der Region Asturien im Norden Spaniens, eine Landschaft voller grüner Hügel, dichter Wälder, frischer Luft und traditionsreicher Bauernhöfe. Wenn man Fabada langsam auf dem Herd köcheln lässt, riecht man förmlich die feuchte Erde, die saftigen Wiesen und die Geschichte von Generationen, die in ihren Küchen große Töpfe mit Bohnen und Fleisch gefüllt haben. Das Gericht erzählt von Geduld, handwerklichem Können und der Kunst, aus wenigen, einfachen Zutaten ein wärmendes, nährendes Mahl zu schaffen.
Die Fabada ist kein Trendgericht. Sie entstand aus Notwendigkeit und Überlebenskunst: in einem rauen Klima mit langen Wintern musste ein Gericht sättigen, gut schmecken und im besten Fall für mehrere Tage reichen. Sie symbolisiert die Verbindung von Mensch, Landschaft und Kultur, ein Rezept, das über Jahrzehnte verfeinert und weitergegeben wurde.
Herkunft, Geschichte und der Name „Fabada“
Asturien ist eine autonome Region im Norden Spaniens, geprägt von Regen, steilen Küsten, saftigen Weiden und traditionsreicher Landwirtschaft. Hier entwickelten Bauern über Generationen die Fabada als sättigendes Alltagsgericht, das aus haltbaren Zutaten wie Bohnen, Chorizo, Morcilla und Schweinebauch bestand. Der Name „Fabada“ leitet sich vom asturischen Wort fabes ab, den großen weißen Bohnen, die den Kern des Gerichts bilden. Das Suffix „-ada“ beschreibt die Zubereitung auf Basis einer Hauptzutat – wörtlich übersetzt: „Bohnengericht“.
Bohnen gelangten nach der Entdeckung Amerikas nach Europa und wurden schnell zu einem festen Bestandteil der spanischen Küche. In Asturien entwickelte sich eine besonders geschätzte Sorte mit dünner Haut und cremiger Konsistenz, die perfekt für Eintöpfe geeignet ist. Zusammen mit geräucherten und gepökelten Fleischprodukten entstand ein Gericht, das langsam köcheln durfte und am nächsten Tag oft noch intensiver im Geschmack war.
Die ersten schriftlichen Erwähnungen der Fabada stammen aus dem 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert wurde sie zunehmend auch außerhalb Asturiens bekannt und entwickelte sich zu einem Symbolgericht, das die Identität der Region verkörpert. Auch in Restaurants und auf internationalen Speisekarten blieb sie ihrer Tradition treu: ein großer Topf, köstliche Aromen, zubereitet mit Geduld.
Die klassischen Zutaten – im Detail
Fabes (große weiße Bohnen)
Die Bohnen sind das Herzstück der Fabada. Große, butterweiche Bohnen mit dünner Haut werden beim langsamen Köcheln cremig, ohne zu zerfallen. Am besten eignen sich asturische Fabes oder hochwertige spanische Bohnen, die für ihre Konsistenz bekannt sind.
Chorizo
Die spanische Paprikawurst bringt Farbe, Fett und Würze in den Eintopf. Für die Fabada empfiehlt sich eine milde, leicht geräucherte Chorizo, wer es würziger mag, kann auch eine schärfere Variante wählen.
Morcilla (Blutwurst)
Sie verleiht dem Gericht Tiefe und Charakter. Wer keine Blutwurst mag, kann sie weglassen oder durch geräucherten Tofu ersetzen, um Umami ohne Fleisch zu erhalten.
Schweinebauch oder Speck
Fett bringt Geschmack und Bindung in die Brühe. Vegetarische Varianten ersetzen ihn durch Olivenöl, Pilze oder Räuchertofu.
Schwarzer Knoblauch
Er entsteht durch langsame Reifung und hat eine weiche Textur sowie Aromen von Karamell, Balsamico und getrockneten Früchten. In der Fabada verstärkt er die Tiefe, kann aber auch vielseitig in anderen Gerichten eingesetzt werden.
Paprikapulver & Lorbeer
Mildes oder leicht geräuchertes Paprikapulver verbindet die Aromen, Lorbeer wirkt subtil im Hintergrund und gibt Struktur.
Kochtipps
Damit die Fabada gelingt, lohnt es sich, die Bohnen über Nacht einzuweichen. So wird ihre Konsistenz perfekt und sie zerfallen beim Kochen nicht. Achte darauf, den Eintopf sanft köcheln zu lassen, statt stark zu kochen, und überprüfe bei unterschiedlichen Kochmethoden – ob Herd, Ofen oder Slow Cooker – regelmäßig die Flüssigkeit. Salz sollte erst am Ende hinzugefügt werden, da sonst die Bohnen verhärten. Den schwarzen Knoblauch rührt man in der letzten Stunde ein, um maximale Tiefe und Aroma zu erzielen.
Vegetarische Variante
Für vegetarische oder moderne Varianten kann die Blutwurst weggelassen werden. Geräucherte Pilze oder Räuchertofu ersetzen sie hervorragend. Zusätzliches Gemüse wie Karotte, Sellerie oder Lauch bringt Farbe, Textur und einen frischen Geschmack in den Eintopf. Schwarzer Knoblauch verstärkt dabei den Geschmack, ohne Fleisch zu benötigen.
Serviertipss
Serviert wird Fabada am besten mit rustikalem Weißbrot oder Landbrot zum Auftunken. Ein grüner Salat mit Essig und Olivenöl sorgt für Frische. Dazu passen trockener Cidre, spanischer Rotwein oder Bier. Kleine Vorspeisen oder Tapas ergänzen das Hauptgericht.
Klassisches Rezept – Fabada mit schwarzem Knoblauch
Zutaten für 4–6 Personen
- 500 g große weiße Bohnen
- 2 Chorizos
- 1–2 Morcillas oder vegetarische Alternative
- 300 g Schweinebauch oder Speck (optional)
- 3–4 Zehen schwarzer Knoblauch
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL mildes Paprikapulver
- Salz
- Wasser
Vorbereitung & Zubereitung
- Bohnen einweichen: Die Bohnen über Nacht in ausreichend Wasser einweichen.
- Bohnen und Fleisch/Würste kochen: Bohnen abgießen, mit frischem Wasser in einen Topf geben. Fleisch und Würste hinzufügen und alles sanft köcheln lassen. Dabei entstehenden Schaum regelmäßig abschöpfen.
- Gewürze hinzufügen: Lorbeerblätter und Paprikapulver zugeben und gut unterrühren.
- Schwarzen Knoblauch einrühren: Nach etwa 2 Stunden Kochzeit den schwarzen Knoblauch einrühren, damit er sein Aroma entfalten kann.
- Fleisch vorbereiten: Sobald die Bohnen weich sind, das Fleisch herausnehmen, in mundgerechte Stücke schneiden und wieder zurück in den Eintopf geben.
- Salzen: Erst jetzt das Gericht salzen, damit die Bohnen schön weich bleiben.

FAQ Fabada
Ist Fabada scharf?
Nein, Fabada ist in der Regel würzig, aber nicht scharf. Wer es schärfer mag, kann eine pikante Chorizo oder etwas Paprikapulver hinzufügen.
Kann man Fabada einfrieren?
Ja, Fabada lässt sich problemlos einfrieren. Der Geschmack intensiviert sich oft noch, wenn der Eintopf aufgewärmt wird.
Warum wird erst am Ende gesalzen?
Salz wird erst am Ende zugegeben, damit die Bohnen weich bleiben und nicht verhärten.
Wie lange hält sich Fabada im Kühlschrank?
Im luftdicht verschlossenen Behälter hält sich Fabada etwa 3–4 Tage.
Was kann man tun, wenn man keine Blutwurst mag?
Die Blutwurst kann weggelassen oder durch geräucherten Tofu, Pilze oder Nüsse ersetzt werden, um Umami-Geschmack ohne Fleisch zu erhalten.
Ist schwarzer Knoblauch traditionell?
Schwarzer Knoblauch ist nicht traditionell, ergänzt aber die Aromen auf natürliche Weise und verleiht dem Gericht zusätzliche Tiefe.
Welche Bohnen sind am besten geeignet?
Asturische Fabes oder hochwertige große weiße Bohnen sind ideal, da sie cremig werden, aber nicht zerfallen.